Warum heiraten wir eigentlich (noch)?

Dieser Post geht in erster Linie an all die Ladies da draußen!
Sorry, Männer.

Welches Mädchen träumt nicht davon? Ein weißes Wille-Walle-Prinzessinnenkleid mit soviel Tüll unterm Rock, dass es kaum ins Auto passt. Ein Schloss, und das am besten inmitten einer traumhaft schönen Parkanlage. Und dann steht er da: Er! Im Anzug, sprachlos beim Anblick seiner Zukünftigen. Der Mann, der einen so abgöttisch liebt, dass er bereit ist, sein Leben mit Dir zu verbringen und Dir verspricht, Dich immer zu lieben… Die perfekte Märchenhochzeit eben.

Ja, – zugegeben – ich war auch eines dieser Mädchen. Ich hatte einen Plan: Mit Ende 20 (spätestens!) wollte ich verheiratet sein und mit 30 mein erstes Kind haben. Grundsätzlich gar nicht so schlecht, oder?! Inzwischen bin ich 31 Jahre alt, gehe auf die 32 zu und bin weder verheiratet noch habe ich ein Kind. Die Realität hat mich also eingeholt, wie man so schön sagt. Aber ich muss Euch ehrlich sagen, ich bin nicht traurig deswegen. Mit Mitte 20, nagut, sagen wir eher mit Ende 20, hatte ich meinen Plan vom Leben bereits über Bord geworfen. Eine solche Märchenhochzeit brauche ich schon lange nicht mehr. Es gibt eben wichtigere Dinge im Leben. Aber hey, ich bin seit Anfang des Jahres verlobt und wahnsinnig glücklich und happy damit 🙂

Nun aber zu meiner Frage:
Warum heiraten wir eigentlich heutzutage (noch)?

Für mich war es (und wenn ich ehrlich sein soll, ist es das eigentlich immer noch) das i-Tüpfelchen einer glücklichen und intakten Beziehung. Gibt es denn einen noch schöneren und innigeren Liebesbeweis als dem Menschen, den man liebt, zu sagen, dass man den Rest seines Lebens mit ihm verbringen und gemeinsam alt werden möchte? Eine Freundin sagte in diesem Zusammenhang einmal, dass es doch nichts Schöneres, Größeres und Wertvolleres gibt, als das Versprechen sich einander zu lieben, füreinander da zu sein und sein Leben miteinander verbringen zu wollen. Einige werden jetzt sagen, dass man das doch auch kann, ohne dass man verheiratet ist. Ein Stück Papier mit Unterschriften und ein Ring am Finger sagen doch nichts über die Liebe zueinander aus. Ja, stimmt! Aber wie sieht es denn mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl aus, weil man beispielsweise denselben Nachnamen trägt? Stärkt das nicht ein Stück weit die Bindung zueinander und rückt man dadurch nicht noch näher zusammen? Ändert es nicht etwas, wenn man „mein Mann“ statt „mein Freund/Lebensgefährte“ sagt?

Wie sieht es aber denn aus, wenn man das Ganze aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet? Heiraten wir aus gesellschaftlichen Gründen oder weil „es sich so gehört“ und wir es – mehr oder weniger – so vorgelebt bekommen? Denkt dabei doch nur mal an die ganzen klassischen Hollywood-Filme. Oder heiraten wir gar aus noch unromantischeren Gründen?

Beispielsweise wird heutzutage doch aus finanziellen Gründen geheiratet. Man möchte gemeinsam Geld sparen und in Folge dessen werden die Steuerklassen einfach geändert. Das dunkle Erwachen kommt dann, wenn man feststellt, dass auf diese Weise eigentlich gar kein Geld gespart, sondern lediglich „verschoben“ wird. Hmpf! Warum also dann?
Finanzielle Absicherung im Alter denken jetzt vielleicht einige von Euch. Ja, das ist sicherlich auch ein Grund. Ist man verheiratet, hat man als Ehefrau/Ehemann doch ganz andere Rechte und Möglichkeiten, z.B. die Umschreibung von Versicherungen auf die Partnerin/den Partner, die Übertragung von Eigentum und auch ein mögliches Erbe ist geregelt. [Unter Umständen kann es hier aber ein klarer Vorteil sein, wenn man verheiratet ist: Auch wenn es nicht schön ist, aber denkt doch einfach nur einmal an die Stichworte „Krankenhaus“ und „Intensivstation“.]
Heiraten wir dann also womöglich doch nur der Kinder wegen? Wenn ich so darüber nachdenke, geht der Trend – für mein Empfinden – heutzutage eher dahin, dass die Kinder sogar vor der Hochzeit zur Welt kommen; also erst später geheiratet wird. Nichts desto trotz könnten Kinder ggf. doch ein Grund sein… Auch hier kann es in einigen Situationen beispielsweise von Vorteil sein, wenn die Eltern denselben Nachnamen tragen.

* * *

Wenn ich im Ergebnis so darüber nachdenke, sind die unromantischen Gründe einer Hochzeit zwar nette Benefits, die damit unter Umständen automatisch einhergehen. Dennoch stünden sie für mich persönlich auf der Prioritätenliste aber nicht so weit oben, dass sie für mich Grund genug wären mich für eine Heirat zu entscheiden.  So oder so bleibt für mich der eigentliche und wahre Grund warum man sich dazu entschließt zu heiraten – trotz all der rationalen Gründe – bestehen:

Diese bedingungslose Liebe zu einem Menschen, der es keinen Grund bedarf, und die einem das Versprechen abnimmt den Rest seines Lebens mit genau diesem einen Menschen verbringen zu wollen.
(ich bin eben doch ein klein wenig „Mädchen“ geblieben 😉 )

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Ein Gedanke zu “Warum heiraten wir eigentlich (noch)?

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